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Dispokredit – der teuerste Kredit, den es gibt

DispokrediteDie Sparzinsen sind im Keller, Kredite dank des niedrigen Leitzinses günstig wie nie. Doch es gibt ein Produkt, das sich trotz dieser Umstände erfolgreich gegen sämtliche Trends an den Finanzmärkten zur Wehr setzt: der Dispokredit. Verbraucherschützer mahnen bereits seit Jahren, dass die Konditionen alles andere als kundenfreundlich sind. Auch Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner ist sich durchaus bewusst, dass der Dispositionskredit in seiner jetzigen Ausprägung eher einer Unverschämtheit gleicht. Geändert hat sich trotz dieser Warnungen und Mahnungen, die inzwischen einer Gebetsmühle gleichen, kaum etwas.

Gefahr der Überschuldung

Der Dispositionskredit ist und bleibt einer der teuersten Kredite, den Verbraucher sich aufbürden können. Gerät das Konto in die roten Zahlen, läuft der Zinszähler unerbittlich und druckt seine Forderung in schöner Regelmäßigkeit auf den Kontoauszug. Wer es nicht schafft, rechtzeitig wieder das rettende Ufer in Form schwarzer Zahlen zu erreichen, dem droht der Übergang in die geduldete Überziehung. Sie schlägt dann mit noch höheren Zinsen zu Buche und führt nicht selten in die Überschuldung.

Durchschnitt: 11,33 Prozent Dispozinsen

Dass die Konditionen für den Dispositionskredit und geduldete Überziehungen jenseits von Gut und Böse liegen, ist, wie bereits angedeutet, keine neue Erkenntnis. Die „Stiftung Warentest“ hat im vergangenen Jahr die Durchschnittswerte ermittelt. Das Pendel bewegte sich seinerzeit um einen Wert von 12,4 Prozent. Nach oben hin reichte die Spanne bis 18,25 Prozent. Das deckt sich weitgehend mit den Werten, die jüngst von Finanzexperten und der Grünen-Fraktion im Bundestag veröffentlicht wurden. Im Mittel verlangen Banken aktuell etwa 11,33 Prozent. Immerhin: Werte jenseits von 14 Prozent gehören inzwischen weitgehend der Vergangenheit an. Aber: Es gibt, so die Grünen, nach wie vor Banken, die mit 19,25 Prozent rechnen.

Ratenkredite sind deutlich günstiger

Was diese Werte für Verbraucher bedeuten, lässt sich relativ leicht anhand einer Beispielrechnung erläutern.  Wer sein Konto ein ganzes Jahr lang mit 1.000 Euro im Minus führt, zahlt angesichts von 12,0 Prozent Dispositionszinsen stolze 120 Euro. Im Vergleich dazu kostet ein Ratenkredit über 1.000 Euro mit einer Laufzeit von zwölf Monaten je nach Bank bisweilen deutlich weniger als 50 Euro. Schon der Blick auf die Zinssätze zeigt die Dimensionen: Günstige Ratenkredite sind ab etwa 3,00 Prozent effektivem Jahreszins zu haben. Der Dispo liegt im Schnitt 8,3 Prozent darüber. Selbst der günstigste Dispositionskredit kostet knapp vier Prozent mehr als ein normaler Bankkredit.

3.000 Prozent Zinsen bei einer geduldeten Überziehung

Noch deutlicher wird der Unterschied, wenn es um die geduldete Überziehung geht. Hier arbeiten viele Banken inzwischen mit einer Strafgebühr. Erst wenn die Zinsen höher ausfallen als die Gebühr, wird mit dem regulären Zinssatz gearbeitet. Bei der Deutschen Bank sind es zum Beispiel 6,90 Euro je Quartal. Kunden, die ihren Disporahmen auch nur um einen Euro überschreiten, zahlen aufs Jahr gerechnet 27,60 Euro oder fast 3.000 Prozent.

Umschulden, statt den Kopf in den Sand zu stecken

Der Tipp der Verbraucherzentralen, einen teuren Dispositions- mit einem günstigen Ratenkredit umzuschulden, kommt also nicht von ungefähr. Er richtet sich vor allem an Bankkunden, die bereits längere Zeit den Dispo Anspruch nehmen und dementsprechend immer mehr Schulden anhäufen. Sie sind gut beraten, über unseren Kreditvergleich nach dem besten Kreditangebot zu suchen. Der Darlehensbetrag dient schlichtweg dazu, das Konto auszugleichen und der Dispofalle zu entkommen. Der Kredit wird dann monatlich in Raten zurückgezahlt, die so gestaltet sein sollten, dass sie das Budget nicht belasten und das Konto nicht wieder in die Miesen gerät.

Studie belegt: Es ginge auch günstiger

Die Umschuldung wird für Betroffene wohl noch längere Zeit die beste Lösung darstellen. Die Stimmen gegen die hohen Dispozinsen werden zwar lauter, ehe etwas passiert, kann es aber noch dauern. Aktuell liegt eine Studie vor, die vom Verbraucherministerium in Auftrag gegeben wurde. Die Ergebnisse, die heute (19. Juli 2012) vorgestellt und auf 254 Seiten zusammengefasst wurden, besagen ganz klar: Der Dispo ist zu teuer. Die Banken könnten auch mit einem Zinssatz von maximal zehn Prozent durchaus profitabel arbeiten. Laut Stiftung Warentest müsste der Dispo mit Blick auf die Marktumstände sogar deutlich unter zehn Prozent liegen. Widerlegt wird durch die Studie auch das Argument der Banken, Dispokredite verursachten hohe Kosten.

Welche Schlüsse nun aus den Ergebnissen gezogen werden, bleibt abzuwarten. Die Verbraucherzentralen hoffen auf eine gesetzliche Obergrenze nach der Formel Leitzins plus x Prozent. Das birgt allerdings die Gefahr, dass bislang günstigere Banken dann gegebenenfalls teurer werden und den gesetzlichen Rahmen voll ausschöpfen. Von daher ist es weiter an den Kunden, regelmäßig zu prüfen, ob das Konto noch im Haben geführt wird, und sofort zu reagieren, wenn der Dispo zu lange läuft.

Bild © Falko Matte – Fotolia.com

 

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