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Dispo-Zinsen auch beim aktuell niedrigen Zinsniveau hoch

Schaut man sich die Kapitalbeschaffungsbedingungen für Geschäftsbanken genauer an, so wird man schnell feststellen, dass es den Banken aktuell ein Leichtes sein dürfte, durch die momentan niedrigen Leitzinsen wirklich günstig frisches Kapital zu erhalten. Zumindest im Bereich für Dispo-Kredite geben sie diese guten Bedingungen jedoch nicht an die Kunden weiter, wie aus einem Bericht von „faz.net“ hervorgeht. Demnach liegen die Dispo-Zinsen aktuell bei einem Durchschnittszinssatz von 11,3%, der sich aus den Zinssätzen von mehr als 60 Bankinstituten aus einer Erhebung der FMH Finanzberatung ergeben habe.

 

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Instituten fallen sehr groß aus

 

Laut der FMH-Erhebung sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Dispo-Zinssätzen der verschiedenen Banken teilweise sehr hoch, denn während einige größere Banken bis zu 13,99% Zinsen für einen Dispositionskredit berechneten, gebe es auch Bankinstitute wie beispielsweise die Skatbank, die mit 6% Dispo-Zinsen ein wirklich positives Beispiel abgäben. Mittlerweile sind Banken jedoch dazu verpflichtet, die Festlegung ihrer Dispo-Zinsen transparent zu gestalten und einen Referenzzinssatz festzulegen, an dem sie sich orientieren. Nach Aussage von Max Herbst, Chef der FMH Finanzberatung könnte dies beispielsweise der Leitzinssatz oder auch der Euribor sein, zu denen sich Banken untereinander Geld leihen. Leider hätten die Banken ihre Zinssätze jedoch in einer Niedrigzinsphase daran gekoppelt und zunächst nicht gesenkt, so dass jetzt bei steigenden Leitzinsen auch die Dispo-Zinsen noch weiter ansteigen könnten, hieß es weiter.

 

Banken verteidigen hohe Dispo-Zinssätze

 

Während Verbraucherschützer wie Holger Handstein, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, die Dispo-Zinsen aktuell einfach für unverschämt hoch halten, verteidigen sich die Banken gegen entsprechende Vorwürfe. So ließ der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) verlauten, dass die Banken das Kapital für Dispositionskredite flexibel zur Verfügung stellen müssten und nie wüssten, wann eine Rückzahlung erfolge. Schon aus diesem Grund müssten die Zinsen für solche Kredite entsprechend hoch angesetzt werden, hieß es weiter. Dem widersprach Handstein, der zwar für Dispo-Zinsen durchaus höhere Zinssätze als für Ratenkredite akzeptieren könnte, jedoch das aktuelle Zinsniveau bei den Dispo-Krediten trotzdem für zu hoch hält. Die Politik beruft sich darauf, dass die Banken ihre Dispo-Zinssätze innerhalb gewisser Grenzen nach wie vor frei festlegen könnten, will jedoch offenbar auch weiterhin die Augen offen halten, falls ein gesetzliches Eingreifen nötig wird. Es bleibt nun abzuwarten, ob die Banken bei steigenden Leitzinsen noch fester an der Zinsschraube für Dispo-Kredite drehen oder ob sie die Zinssätze konstant halten werden.

 

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