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Baufinanzierung: Vorfälligkeitsentschädigung ist oft zu hoch

Einen Immobilienkredit vorzeitig abzulösen, ist oft nur mit Zustimmung der Bank möglich und darüber hinaus relativ teuer – manchmal sogar zu teuer. Die Stiftung Warentest sowie die Verbraucherzentralen Hamburg und Bremen raten daher, die Vorfälligkeitsentschädigung, die von den Kreditinstituten verlangt wird oder schon in Rechnung gestellt wurde, genau zu prüfen. Dazu stellen sie auf ihren Internetseiten ein Analyse-Tool zur Verfügung. Angesichts von mehreren Tausend Euro, die unter Umständen zu viel gezahlt wurden, lohnt es sich durchaus, den Taschenrechner in die Hand zu nehmen. Die Möglichkeit, Ansprüche aus einer zu hoch veranschlagten Vorfälligkeitsentschädigung geltend zu machen, besteht übrigens noch maximal drei Jahre nach Vertragsende. Danach verfallen die Ansprüche.

Wann ist eine vorzeitige Baukredit-Ablösung möglich?

Voraussetzung dafür, dass eine Immobilienfinanzierung vor dem Laufzeitende gekündigt und abgelöst werden darf, ist die Zustimmung der Bank. Das gilt zum Beispiel, wenn der Kreditnehmer umschulden und eine neue, günstigere Baufinanzierung abschließen möchte. Auch bei einer Erbschaft, mit der der Baukredit vorzeitig abgelöst werden könnte, muss die Bank ihr „o.k.“ geben. Denn ein Recht auf Kündigung besteht nicht. Nur wenn seitens des Kunden ein berechtigtes Interesse nachgewiesen werden kann, ist die Bank verpflichtet, dem Wunsch nach einer vorzeitigen Kündigung nachzukommen. Als berechtigtes Interesse gilt unter anderem, wenn der Kreditnehmer berufsbedingt umziehen muss, finanzielle Probleme hat oder das Darlehen aufstocken möchte.

Wie wird die Vorfälligkeitsentschädigung berechnet?

Darf der Kunde aus dem Vertrag, folgt die große Rechnung in Form der Vorfälligkeitsentschädigung. Schließlich entgehen der Bank durch eine vorzeitige Kündigung Zinszahlungen und damit ein Teil des Gewinns. Von daher ist die Vorfälligkeitsentschädigung eine Art Schadenersatz. Berechnungsgrundlage ist in erster Linie die Differenz von Kreditzins und Habenzins, den eine Neuanlage des Kapitals bringen würde. Hier spielt das Datum eine entscheidende Rolle, wann die Entschädigungszahlung berechnet wird. Schließlich ändert sich das Zinsniveau regelmäßig. Hinzu kommen Bearbeitungsgebühren, die laut Stiftung Warentest nicht über 150 Euro liegen sollten, und Risikokosten. Wie genau die Banken rechnen, ist für Laien allerdings nur schwer nachvollziehbar. Daher raten die Experten, die Berechnung prüfen zu lassen.
 

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