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Dispokredite im direkten Vergleich


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Letzte Aktualisierung 23.02.2012

Dispokredit

Fester Bestandteil moderner Girokonten

Der Kredit, der in der Bundesrepublik am häufigsten in Anspruch genommen wird, ist zweifelsohne der Dispokredit. Kaum ist das Konto auch nur wenige Euro im Minus, wird man zum Kreditnehmer der Bank. Dazu bedarf es nicht einmal eines Antrags. Einzige Voraussetzung: Für das Girokonto wurde ein Dispositionskredit eingeräumt. Das ist inzwischen bei fast allen Konten der Fall, sofern laufende Einnahmen verbucht werden und die Bank den Kunden als kreditwürdig einstuft. Lediglich Schüler bleiben außen vor.
 
Einkommensabhängiger Kreditrahmen
 
Das System ist relativ einfach und erspart sowohl den Banken als auch den Kunden jede Menge Arbeit. Während bei einem Ratenkredit erst ein Antrag gestellt, geprüft, bewilligt und ausgezahlt werden muss, läuft bei einem Dispositionskredit nahezu alles automatisch. Die Vereinbarung lautet schlichtweg: Wer sein Konto überzieht, erhält einen Dispokredit und zahlt dafür Zinsen. Die Höhe des Kredites wird bei der Kontoeröffnung festgelegt und kann im Laufe der Zeit – sofern die Bonität stimmt – angepasst werden. Sie richtet sich vornehmlich nach dem Einkommen. Als Dispo eingeräumt wird üblicherweise das Zwei- bis Dreifache des Gehalts, teils auch abhängig von persönlichen Faktoren wie der Zuverlässigkeit und dem bisherigen Geschäftsverhältnis mit der Bank.
 
Hohe Kosten
 
Die Kosten für einen Dispositionskredit sind deutlich höher als bei regulären Krediten. Der Zinssatz liegt bei vielen Banken weit über 10,0%. Die genauen Konditionen stehen dezent auf dem Kontoauszug oder werden regelmäßig schriftlich mitgeteilt. Vereinbarungen zu einer festen Rate oder einer Laufzeit gibt es dabei nicht. Der Dispositionskredit besteht so lange, bis das Konto wieder im Plus ist. Je länger diese Phase dauert, desto teurer wird es für den Kunden. Ein Dispokredit ist daher eher etwas für kurzfristige Engpässe.

 
Alternativen prüfen
 
Wenn schon vorher absehbar ist, dass sich das Girokonto längere Zeit in den Miesen befinden wird, raten Verbraucherzentralen dazu, auf andere, günstigere Alternativen zurückzugreifen. Der Dispositionskredit ist für solche Zwecke weniger geeignet. Das liegt einzig und allein an den vergleichsweise hohen Zinssätzen für den Dispo und die geduldete Überziehung. Denkbar wären ein Kleinkredit, wenn sich der Kreditbedarf genau beziffern lässt, oder ein Abrufkredit, wenn man weitgehend flexibel auf ein Finanzpolster zurückgreifen können möchte. Grundsätzlich sollte man sich früh genug darüber informieren, in welchem Rahmen sich die Dispositionszinsen bewegen. Idealerweise entscheidet man sich von Anfang an für ein Girokonto, bei dem auch der Dispo günstig ist.

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